Matthias Hoch
Dresden #2, 2005, c-print, 100 x 80 cm
Dresden #1, 2005, c-print, 150 x 183 cm

Dresden, 2005

Auf Initiative der Kulturstiftung Sachsen wurden 2005 sechs Fotografen ein- geladen, sich an der Ausstellung „Der Blick auf Dresden“ zu beteiligen. Anlass war die Weihe der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frauenkirche, deren Wiederaufbau als eine der spektakulärsten Rekonstruktionen der Architektur- geschichte gilt.

Über 8.000 Originalsteine wurden aus den Trümmern geborgen, davon konnten 3.539 in die Außenfassade eingebaut werden, nachdem mittels Computertechnik der ursprüngliche Standort jedes einzelnen Steines genau bestimmt wurde. Die fehlende Masse hat man mit neuen, hellen Steinen ergänzt. Mit der Zeit werden auch diese nachdunkeln, bis die Fassade irgendwann wieder ein homogenes Gesamtbild abgibt. Insofern halten die Fotografien des Patchworks von alt und neu einen temporären Zustand fest, der Rückschlüsse auf den Entstehungszeitpunkt der Aufnahmen zulässt.

„Matthias Hoch interessiert die Außenhaut der Frauenkirche im Jahr 2005, die Frage, ob die logistische und technische Leistung, die verwertbaren originalen Steine in den Neubau zu integrieren, dem Bau eine größere Authentizität gibt. Nichts lenkt ab von dieser Fragestellung, keine Dämmerung, kein Licht in den Fenstern. Der dem Künstler attestierte nüchterne, auf Realität insistierende Blick ist ein forschender, den Gegenstand in seiner Komplexität erfassender präziser Blick.“ 1

1 Jutta Penndorf: Blickwechsel, in: Der Blick auf Dresden - Die Frauenkirche und das Werden der Dresdner Stadtsilhouette, Deutscher Kunstverlag, München 2005, S. 157f.

Dresden, 2005

On the initiative of the Kulturstiftung des Freistaates Sachsen (Cultural Foundation of Saxony), six photographers were invited in 2005 to take part in the exhibition “Der Blick auf Dresden” (“Looking at Dresden”). The occasion for the show was the consecration of the restored Frauenkirche, which was destroyed in the Second World War and whose reconstruction was one of the most spectacular in the history of architecture.

Over 8,000 original stones were recovered from the rubble, 3,539 of which could be incorporated into the exterior facade, using computer technology to determine the original placement of each individual stone. The missing volumes in between were filled in with new, light-colored stones. With time these, too, will darken, until the facade one day takes on a homogeneous appearance. The photographs of the current patchwork of old and new therefore capture a temporary state, allowing inferences to be made as to when they were taken.

“Matthias Hoch is interested in the outer skin of the Frauenkirche in the year 2005, and in the question of whether the logistical and technical achievement of integrating the original stones into the new structure lends the edifice greater authenticity. Nothing distracts from this one question, no shimmering twilight, no lights glowing from the church’s windows. The sober, reality-asserting gaze the artist is known for can be attributed to a penetrating eye, one able to precisely apprehend an object in all its complexity.” 1

1 Jutta Penndorf: Blickwechsel, in: Der Blick auf Dresden - Die Frauenkirche und das Werden der Dresdner Stadtsilhouette, Deutscher Kunstverlag, München 2005, p. 157f.

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